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DFG-Projekt: Die Wirkung von Marktfriktionen auf Optionspreise

Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird folgendes Projekt aktuell gefördert (Link zur Projektbeschreibung)

Kurzbeschreibung:

Die klassische Theorie der Optionsbewertung geht davon aus, dass Wertpapiere ohne Friktionen gehandelt werden können. Dies ist in der Realität jedoch nicht der Fall, etwa weil Wertpapiere nicht vollkommen liquide sind oder verschiedene Marktteilnehmer Finanzierungsrestriktionen unterliegen. Wie insbesondere die globale Finanzkrise von 2008/2009 gezeigt hat, können solche Marktfriktionen ein erhebliches Ausmaß annehmen, und es ist davon auszugehen, dass Optionspreise dadurch stark beeinflusst werden. Ziel des Projektes ist es zu verstehen, wie und in welchem Ausmaß verschiedene Marktfriktionen Optionspreise und Optionsrenditen beeinflussen. Eine große Schwierigkeit besteht dabei darin, dass die Richtung von Preiseffekten von der Nettonachfrage der Endnutzer von Optionen abhängt. Ist diese Nettonachfrage positiv, d.h. wollen Endnutzer vor allem Optionen kaufen, sollten Marktfriktionen eine preissteigernde Wirkung haben, bei negativer Nettonachfrage jedoch eine preissenkende Wirkung. Leider stehen Daten über die Nettonachfrage von Endnutzern, insbesondere bei Optionen auf Einzelaktien, kaum zur Verfügung. Eine zentrale Idee des Projektes ist es daher, in einem ersten Schritt Hypothesen zum Zusammenhang zwischen Marktfriktionen und Optionsreisen abzuleiten und empirisch zu überprüfen, die keine Kenntnis der Nachfrage erfordern. Dabei wird insbesondere ausgenutzt, dass Friktionen die Streuung von Optionspreisen um einen geeignet gewählten Referenzwert erhöhen sollten. Sofern die Hypothesen in den geplanten empirischen Untersuchungen für den US Aktienoptionsmarkt bestätigt werden, können dann in einem zweiten Schritt aus den Abweichungen zwischen Preisen und Referenzwerten Rückschlüsse auf die Nettonachfrage gezogen werden. Die im Projekt untersuchte Frage nach dem Einfluss von Marktfriktionen auf Optionspreise ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht von großem Interesse, sondern besitzt auch gesellschaftspolitische Relevanz. Gerade angesichts der kontroversen Diskussion über Derivatemärkte ist es wichtig, die Funktionsweise solcher Märkte besser zu verstehen, um fundierte Handlungsempfehlungen für Risikomanagementstrategien von Unternehmen sowie für das Design und die Regulierung von Optionsmärkten geben zu können. Insbesondere durch die Betrachtung verschiedener Marktfriktionen (Illiquidität, Marktunvollständigkeit, Finanzierungsrestriktionen) und die Untersuchung ihrer relativen Bedeutung bei der Preisbildung in verschiedenen Marktphasen leistet das Projekt hierfür einen wichtigen Beitrag.

Arbeitspapiere und Veröffentlichungen zu diesem DFG-Projekt:

DFG-Project: The Macroeconomic Determinants of the Term Structure of Illiquidity Premia

Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird folgendes Projekt aktuell gefördert (Link zur Projektbeschreibung ):

Kurzbeschreibung:
Auf Anleihemärkten werden Investoren durch höhere Anleiherenditen für die Übernahme von Illiquiditätsnachteilen kompensiert. Solche Preiseffekte hängen in komplexer Form von der Restlaufzeit einer Anleihe ab und führen zu einer Fristigkeitsstruktur von Illiquiditätsprämien. Das geplante Forschungsprojekt möchte verstehen, inwieweit sich das Verhalten von Illiquiditätsprämien fundamental in Krisen- und Nichtkrisenzeiten unterscheidet, von welchen Faktoren die Fristigkeitsstruktur abhängt und ob diese Faktoren unterschiedliche Teile der Zeitstruktur unterschiedlich beeinflussen. Darauf aufbauend sollen Erkenntnisse darüber abgeleitet werden, über welche Kanäle die makroökonomischen Faktoren die Fristigkeitsstruktur der Illiquiditätsprämien beeinflussen und wie geeignete Steuerungsmechanismen aussehen könnten. Hierzu ist zunächst ein Makro-Finance-Modell für die Fristigkeitsstruktur der Illiquiditätsprämien zu entwickeln, das ausschließlich auf beobachtbaren Makrovariablen basiert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise bieten sich als Einflussfaktoren Erwartungen über Inflation und Wirtschaftswachstum sowie Zentralbankinterventionen an. Der Ansatz soll sowohl für die Eurozone als auch für die USA empirisch umgesetzt werden. Schließlich soll durch die Entwicklung eines internationalen Modells und die Analyse von Übertragungseffekten Aufschluss darüber gewonnen werden, mit welcher Stärke eine lokale Liquiditätskrise, z.B. auf dem amerikanischen Anleihemarkt, auf europäische Anleihemärkte und schließlich auf europäische Aktienmärkte übergreifen kann.
Ein tiefes Verständnis der Preiseffekte von Liquidität auf Anleihemärkten und ihre Abhängigkeit von beobachtbaren makroökonomischen Variablen ist nicht nur eine akademisch essentielle und ungelöste Problemstellung, sie ist auch von höchster gesellschaftspolitischer Relevanz. Investoren am Rentenmarkt benötigen Informationen über Liquiditätszusammenhänge und Prämien, um ihre Risikomanagement- und Handelsstrategien optimal gestalten zu können. Kosten der Illiquidität und Liquiditätsrisiken übertragen sich auf die Fremdkapitalkosten von Unternehmen und gehen letztlich mit Allokations- und Wohlfahrtseffekten einher. Die jüngste Finanzkrise hat uns die realen Konsequenzen von Liquiditätsrisiken eindrucksvoll vor Augen geführt. In der Folge sind sich gerade institutionelle Investoren heute mehr denn je der Liquiditätsrisiken in ihren Anleiheportfolios bewusst und suchen nach wirkungsvollen Konzepten, um mit diesen Risiken umzugehen. Auch Regulatoren und Politiker benötigen empirische Befunde zu Liquiditätsrisiken und Übertragungseffekten, aus denen politisch relevante Schlussfolgerungen gezogen werden können. Das Forschungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, hierzu einen Beitrag zu leisten.
Arbeitspapiere und Veröffentlichungen zu diesem DFG-Projekt:

Interview lookKIT

Marliese Uhrig-Homburg und Philipp Schuster wurden von der Zeitschrift lookKIT zum DFG-Projekt „Die Fristigkeitsstruktur von Illiquiditätsprämien und ihre makroökonomischen Determinanten“ interviewt. Der Artikel ist hier online verfügbar (S. 28).

DFG-Project: Modellierung und Quantifizierung von Kreditrisiken unter besonderer Berücksichtigung von Ausfallabhängigkeiten

The German Research Foundation (DFG) supported the following project until 2009 (a description of the project is available on the website of the DFG):

 

Summary:

The adequate consideration of default dependencies is one of the most crucial problems in credit risk management. Such dependencies can arise from common risk factors, learning from defaults or contagions. The aim of the project is the theoretical and empirical analysis of default dependencies. For this purpose we develop a theoretical framework that can in principle produce default dependencies in a realistic magnitude and that is furthermore consistently applicable on a large number of borrowers. Using the advantages of a top-down construction we first specify the economy-wide default intensity. Afterwards we apply the concept of random-thinning to break down the economy-wide default risk to subportfolio or single-name level. The evaluation of the models happens in two ways. Within a simulation study we analyze which dependencies can be achieved in our framework in general. We compare the derived default correlations and their consequences for the valuation of credit derivatives to the most important bottom-up approaches. An empirical verification of the model using market data of correlation sensitive credit derivatives should shed light on the question if this model can be a real-world solution.


Working papers and Publications within this DFG-Project: