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Themengebiete am Lehrstuhl für Financial Engineering und Derivate

Die folgenden Inhalte sollen Ihnen die Möglichkeit geben, einen Eindruck von den am Lehrstuhl behandelten Themen zu bekommen. Eine Übersicht zu konkreten Aufgabenstellungen für Abschlussarbeiten finden Sie unter Offene Themen. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an den jeweiligen Ansprechpartner. Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, bereits bearbeitete Themenstellungen unter Arbeiten im Überblick einzusehen. Eigene Themenvorschläge sowie externe Abschlussarbeiten in den angegebenen Bereichen sind nach Absprache grundsätzlich möglich.

Themengebiet: Kreditrisiko

Die Bedeutung von Kreditrisiko ist mit der Finanzkrise in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Insbesondere sogenannte Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, kurz CDS) bilden mittlerweile einen wichtigen Markt für Finanzprodukte und werden regelmäßig in der Presse diskutiert. Grundsätzlich ist ein CDS nichts anderes als eine Versicherung, bei der sich eine Partei verpflichtet, bei einem Kreditereignis (z.B. Zahlungsausfall) eines Unternehmens oder eines Staates (der Referenzeinheit) eine Ausgleichszahlung an die Gegenpartei zu leisten. Diese verpflichtet sich im Gegenzug zur Zahlung einer (Versicherungs-)Prämie.

 

Neben CDS existiert eine Vielzahl weiterer Kapitalmarktprodukte, die von Kreditrisiken abhängen (u.a. Anleihen, CDOs, Asset-Backed Securities, …). Aufgrund der sich stark verändernden weltweiten Kapitalmärkte gibt es in diesem Bereich zahlreiche interessante Forschungsfragen. Mögliche Themen für Abschlussarbeiten wären:

  • Theoretische Modellierung gemeinsamer Ausfälle 
  • Empirische Untersuchung der Auswirkung von Regulierungsmaßnahmen und Marktstrukturen 
  • Modellierung von Top-Down-Prozessen 
  • Empirische Untersuchung von Kreditrisikomodellen

Ansprechpartner für diesen Themenbereich ist Michael Hofmann.

Themengebiet: Messung und Bewertung von Liquiditätsrisiken

Die Liquidität eines Finanzinstruments bezeichnet die Einfachheit, eine Position innerhalb kurzer Zeit und in großer Höhe ohne negative Preiseinflüsse auflösen oder aufbauen zu können. Sie spielt für alle Investoren eine Rolle, die in der Zukunft möglicherweise das Wertpapier handeln möchten. Die Bedeutung von Liquidität vor allem in Krisenzeiten zeigt der während der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 fast zum Erliegen gekommene Handel für viele Finanzprodukte.

 

Eine Berücksichtigung der Liquidität in Theorie und Praxis wird allerdings dadurch erschwert, dass sie sich nur schwer quantifizieren lässt. In den meisten Fällen wird nur die Preisdimension betrachtet, die durch Transaktionskosten und den Preiseinfluss eines Geschäfts gemessen werden kann. Für eine vollständige Erfassung muss aber auch eine zeitliche Dimension berücksichtigt werden. Diese kann beispielsweise durch die zur Liquidation einer bestimmten Position notwendige Zeitspanne ausgedrückt werden. Zum anderen ist eine Mengendimension notwendig (Handel in einem Wertpapier ist meistens nicht in beliebiger Höhe möglich). Können Investoren zwischen Wertpapieren verschiedener Liquidität wählen, werden sie im Gleichgewicht für das Halten eines illiquideren Wertpapiers eine angemessene Vergütung fordern, z.B. in Form einer Illiquiditätsprämie. Diese sollte auch eine Risikoprämie für das Risiko einer sich ändernden Liquidität enthalten. Mögliche Themen für Abschlussarbeiten wären:

  • Vergütung der Investoren für übernommene Illiquiditätsrisiken auf dem Anleihemarkt
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Liquiditätsrisiko und anderen Risiken
    (z.B. Zinsänderungsrisiko, Kreditrisiko)
  • Messung von Liquidität auf verschiedenen Märkten

Ansprechpartner für diesen Themenbereich sind Michael Reichenbacher, Jelena Eberbach, Philipp Schuster und Stefan Fiesel.

Themengebiet: Financial Engineering und Derivate in Energie- und Emissionsmärkten

Durch den Wandel der weltweiten Rohstoff-, Energie- und Emissionsmärkte ist das zuvor eher vernachlässigbare Preisrisiko zum entscheidenden Thema in diesen Märkten geworden. So führt die Liberalisierung mancher Märkte zu nicht mehr durch Monopole gesicherter Preise oder der Start des Handels mit Emissionszertifikaten zu vollständig neuen Märkten. Diese für die Unternehmen erst neu aufgetretenen Risiken müssen durch ein angepasstes Risikomanagement bewältigt werden.

 

Dabei lassen sich die aus den Aktienmärkten bekannten Verfahren jedoch nicht immer direkt auf diese neuen Märkte übertragen. Insbesondere die mangelnde Speicher-, Transport- oder Leerverkaufsmöglichkeiten sowie regulatorische Anforderungen erfordern alternative theoretische Bewertungskonzepte, die es zu entwickeln und empirisch zu testen gilt. Mögliche Themen für Abschlussarbeiten wären:

  • Charakteristika der Rohstoff-, Energie- und Emissionszertifikatspreise und deren Preisbildungsprozesse
  • Modellen zur Bewertung von Rohstoff-, Energie- und Emissionsderivaten
  • Bewertungsansätzen für Realoptionen 
  • Möglichkeiten des Risikomanagements und Hedgings in diesen Märkten

Ansprechpartner für diesen Themenbereich ist Martin Hain.